Bestatter ist ein Beruf, bei dem man ein erhöhtes Risiko hat, sich mit Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel dem Corona-Virus zu infizieren. Daher ist die Wahl der richtigen Schutzausrüstung wichtig, um sich selbst und andere Menschen zu schützen.

Das Thema der richtigen Schutzmaske ist aber nicht nur für den Bestatter wichtig, sondern auch für die Besucher von Trauerfeiern. Denn nicht selten zählen die Gäste einer Trauerfeier zu einer sogenannten Risikogruppe in Bezug auf Infektionskrankheiten wie aktuell dem Covid19-Virus.



Maske, übersteigerte Keimphobie oder nützliches Hilfsmittel?

Während in den asiatischen Kulturkreisen das Tragen einer Maske sozusagen schon zum guten Ton und der richtigen Umgangsform zählt, wurden man bisher in Europa eher belächelt, wenn man ohne medizinischen Grund, mit einer Mund- und Nasenmaske herumlief. Nicht selten ereilte den Träger einer Maske das Vorurteil ein Hypochonder zu sein.



Konfuzius sagt …


Die kulturelle Neigung zum Tragen von Masken geht im asiatischen Bereich auf den Philosophen Konfuzius zurück. Konfuzius, der im fünften Jahrhundert vor Christus in China lebte, erstellte ein Regelwerk über das Zusammenleben, das im asiatischen Lebensraum bis heute weitverbreitet ist und die kulturelle Mentalität bis heute prägt. Aus den Lehren Konfuzius ergibt sich eine höhere Wertschätzung des Wohlergehens anderer, als dies in den meisten westlichen Kulturen der Fall ist. Sehr vereinfacht ausgedrückt könnte man auch sagen, dass das Wohlergehen des Gemeinwohls in vielen asiatischen Kulturen eine wichtigere Stellung hat, als die des Einzelnen. 



Der Kampf gegen das eigene Ich

Während in vielen durch die Lehren Konfuzius geprägten Regionen die Unterordnung des Einzelnen zum Vorteil des Gemeinwohls selbstverständlich ist, kommen in europäisch geprägten Gegenden Zweifel daran auf. Vielen von uns fällt es schwer, sich selbst einzuschränken ohne einen persönlichen Vorteil davon zu haben. Auch spielt häufig der Gedanke, was werden die anderen über den Träger einer Maske sagen, mit eine Rolle diese nicht zu tragen. Man möchte ja nicht albern wirken oder gar den Anschein erwecken, selbst infektiös zu sein.



Schützt mich eine einfache Mund- und Nasenmaske den überhaupt?

Beim Tragen einer Mund- und Nasenmaske, wie sie zum Beispiel in Zeiten der Corona-Pandemie für Bestattungen empfohlen wird, steht nicht der Schutz des Trägers im Vordergrund. Vielmehr soll verhindert werden, dass im Falle einer Infektion, eine Krankheit von einem Menschen auf den anderen übertragen wird. Das Tragen der Maske bei einer Bestattung bringt also dem Einzelnen wenig, aber allen anderen etwas. 



Worin liegt der Unterschied zwischen Mund-Nasen-Schutz und Atemschutzmaske?

Der “einfache” Mund-Nasen-Schutz soll das Durchdringen von Flüssigkeitsspritzern verhindern. Damit soll verhindert werden, dass andere durch die Ausatemluft, der die Maske tragende Person, geschützt wird. Sie dient also dem Schutz der anderen, und nicht des Trägers.

Im Gegensatz dazu soll eine Atemschutzmaske den Träger vor dem Einatmen von Partikeln und Aerosolen, in der Luft schützen. Sie dient also dem Schutz des Trägers.



FFP wofür steht das? Mit Ventil oder ohne?

Oft liest man im Zusammenhang mit Atemschutzmasken das Kürzel FFP. Dieses steht für “Filtering Face Peace”. Die Zahl dahinter gibt die Schutzklasse an. Je höher die Zahl, desto höher ist die Schutzklasse. Eine FFP3-Maske besitzt somit eine höhere Schutzklasse als eine FFP2-Maske. Die Masken mit der Schutzklasse 2 werden bei allgemeinem Risiko empfohlen, jene mit der Schutzklasse 3 bei einem erhöhten Risiko.



Masken ohne Ventil

Im medizinischen Bereich werden Atemschutzmasken ohne Ventil eingesetzt, wenn diese als Medizinprodukt zugelassen sind, um eine Übertragung von Viren/Bakterien bei potenziell- oder infizierten Personen zu vermeiden. 



Masken mit Ventil

Masken mit Ausatemventil werden in der Regel bei allen nicht medizinischen Einsätzen zum Schutz vor Bakterien und Viren im Kontakt mit Stäuben oder Aerosolen eingesetzt.



Fazit:

Eine Mund-Nasen-Maske schützt den Träger selbst nicht effektiv vor Bakterien und Viren. Sie dient in erster Linie dem Schutz der Anderen. Tragen auf einer öffentlichen Veranstaltung wie zum Beispiel einer Bestattung alle Menschen eine Maske, dient das dem Schutz des Gemeinwohls. Hierzu müssen jedoch gewisse kulturell gegebene Vorbehalte gegenüber dem Tragen von Masken revidiert werden.

Effektiver Schutz für den Träger selbst bietet nur eine Atemschutzmaske. Hierbei gibt es unterschiedliche Schutzklassen. Darüber hinaus ist eine Unterweisung zum Tragen und Handhaben der Masken sinnvoll, um die optimale Schutzwirkung zu erreichen.